ÖPNV-Verbindung Lampertheim - Sandhofen/Schönau
Nachdem 2015 die Busverbindung zwischen Lampertheim und Sandhofen eingestellt worden ist, ist es zu einer Tortur geworden aus Lampertheim den IKEA in Sandhofen zu erreichen bzw. für Bürger aus Sandhofen/Scharhof in die Lampertheimer Innenstadt zu gelangen. Ähnlich gestaltet sich die Lage zwischen Schönau/Blumenau und Lampertheim, wobei hier nie eine ÖPNV-Verbindung bestand.
Die Einstellung des Angebots nach Sandhofen mag ÖPNV-organisatorisch vielleicht nachvollziehbar sein, da mit dem Betreiberwechsel des Stadtbusnetzes automatisch die Kooperation mit der rnv erloschen ist; für viele Bürger, die auf die Verbindung angewiesen sind und jetzt das Ruftaxi mit Vorbestell-Zwang oder umwegige Fahrten über MA-Waldhof nutzen müssen, ist dieser Zustand jedoch nicht akzeptabel, wie etliche Leserbriefe und Meinungsäußerungen bei Veranstaltungen zeigten.
Das Argument, dass kaum jemand die damalige Busverbindung angenommen habe, kann so nicht stehen gelassen werden, da diese an einer kundenfernen Angebotsgestaltung gemessen wurde: Neben einer allgemeinen unbrauchbaren Taktung für diese eigentlich sehr wichtige Verbindung gab es zwischenzeitliche Angebotsverschlechterungen durch den unnötigen Zwangsumstieg in IKEA/Scharhof nach einem Rechtsstreit um die Linienkonzession, die sicher nicht nachfragefördernd wirkten. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen ergaben eigene Beobachtungen durchaus eine ausbaufähige Grundnachfrage - insbesondere aus einer Verkehrsverlagerung von der chronisch überlasteten B44 mit über 17 000 Pkw/Tag.
Da es sich hierbei um eine kreisübergreifende Verbinung handelt, muss der Kreis Bergstraße in einer koordinierenden Rolle zusammen mit VTL und rnv nach akzeptablen Lösungen suchen. Eine denkbare Konzeption umfasst die Durchbindung der an der Stadt- und Kreisgrenze endenden rnv-Linien 51 und 52 nach Lampertheim. Dies muss mindestens im 30-Minuten-Takt auf jeder Linie erfolgen, da eine dünnere Taktung im konkreten Betrachtungsraum kein glaubwürdiges kundenorientiertes Angebot darstellen kann.
Insbesondere die nahräumliche Verkehrsnachfrage soll mit den Liniendurchbindungen per ÖPNV abbildbar und der Einzelhandelsstandort Lampertheim durch eine einfachere Erreichbarkeit aus dem Mannheimer Norden (Blumenau, Sandhofen, Schönau) gestärkt werden. In Städten ist die ÖPNV-Nutzerquote bzw. der Anteil an Pkw-losen Haushalten allgemein höher, sodass eine fehlende ÖPNV-Verbindung als realistische Barriere für einen Besuch der Innenstadt und anderer Nutzungen in Lampertheim angesehen werden kann.

